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Gut sehen – sicher fahren

  • 90 % aller Informationen werden über das Auge aufgenommen
  • 11,5 Mio. Kraftfahrer zweifeln an ihrer Sehfähigkeit (Allensbach)
  • 59 % aller Autofahrer schätzen ihre Sehfähigkeit besser ein als sie tatsächlich ist (TNS Infratest)
  • 300.000 Verkehrsunfälle pro Jahr sind auf schlechtes Sehen zurückzuführen (Bundesverband der Deutschen Augenärzte)


Zwar gibt es nach dem Führerscheinsehtest keine weiteren verpflichtenden Augenuntersuchungen für private Kraftfahrer. Aber: Jeder, der in Deutschland ein Kraftfahrzeug fährt, muss fahrtüchtig sein. Und zur Fahrtüchtigkeit gehört auch gutes Sehen. Wer also schlecht sieht und dadurch einen Unfall verursacht, dem kann eine Mitschuld zugesprochen werden.


Das Problem ist aber, dass die Sehkraft schleichend schlechter wird und dass dieser Prozess deshalb erst (zu) spät wahrgenommen wird. Deshalb empfehlen Experten, dass sich am besten jeder Verkehrsteilnehmer (also auch Fußgänger, Radfahrer etc.) seine Augen regelmäßig testen lassen sollte:


  • ab einem Alter von 20 Jahren alle vier Jahre
  • ab 40 im TÜV-Rhythmus alle zwei Jahre
  • ab 60 jedes Jahr, kombiniert mit einer Glaukom-Untersuchung beim Augenarzt


Gutes Sehen im Straßenverkehr ist dabei abhängig von verschiedenen Variablen, die gerade in der Herbstzeit (tiefstehende Sonne, nasse und damit reflektierende Fahrbahn) für die Sicherheit im Straßenverkehr elementar sind. Die folgende Auflistung zeigt Ihnen, welche Faktoren dabei entscheidend sind:


  • Zentrale Tagessehschärfe und peripheres Sehen: Mit dem Begriff zentrale Tagessehschärfe bezeichnet der Fachmann die Sehfähigkeit bei Tageslicht und zwar dort, wo er zentral hinschaut. Diese wird ergänzt durch das periphere Sehen, d.h. wie werden Bewegungen oder Objekte im Augenwinkel wahrgenommen. Die Kombination beider Sehleistungen lässt uns Geschehnisse rechtzeitig erkennen. Je schlechter die Sehleistung ist, desto später können wir reagieren.
  • Nacht- und Dämmerungssehen: Ein typischer Schreckmoment: Plötzlich taucht aus der Dämmerung eine Person – vermeintlich aus dem Nichts – auf. Wenn Sie solche Situationen auch schon erlebt haben, dann sollten Sie Ihr Dämmerungssehen überprüfen lassen.
  • Nachtmyopie: Eine besondere Form der Kurzsichtigkeit ist die Nachtmyopie. Betroffene Personen sehen tagsüber scharf, aber nachts verschwimmen weiter entfernte Objekte.
  • Blendempfindlichkeit: Trübungen von Hornhaut, Linse und Glaskörper zerstreuen das Licht und führen so zu einer erhöhten Blendempfindlichkeit. Ein Seheindruck wie beim Blick durch ein verkratztes Brillenglas oder eine Milchglasscheibe entsteht, die Unfallgefahr steigt.
  • Stellung und Beweglichkeit der Augen: Wenn Sie seitlich gelegene Objekte im Straßenverkehr wahrnehmen wollen, bewegen Sie sowohl die Augen als auch den Kopf. Durch Müdigkeit, Alkohol, manche Medikamente, Muskelerkrankungen oder das Alter geht diese Koordination verloren.
  • Stereosehen: Unsere beiden Augen sehen aus verschiedenen Blickwinkeln. Dieses sogenannte Stereosehen ermöglicht es uns, Entfernungen abzuschätzen. Störungen in diesem Bereich sind im Straßenverkehr höchst gefährlich.
  • Farbsehen: An der Ampel ist gutes Farbsehen vielleicht nicht notwendig, denn Rot ist oben, Grün unten. Aber eingeschränktes Farbsehen, unter dem 0,5 % der Frauen und 8 % der Männer leiden, ist bei schlechter Sicht ein Risikofaktor. So erkennt ein Fahrer mit Rotschwäche die Rück- und Bremsleuchten vorausfahrender Fahrzeuge später als Normalsichtige.


Abschließend noch einige Tipps für Auto- und Motorradfahrer:


  • Große Gläser, schmale Fassungsränder, dünne Bügel sorgen für das größte Blickfeld.
  • Superentspiegelte Gläser lassen mehr Licht durch das Glas und ermöglichen so in der Dämmerung und in der Nacht gutes Sehen.
  • Polarisierende Gläser filtern Reflexionen, wie sie z.B. auf nassen Straßen entstehen, harmonieren aber in manchen Fällen nicht mit Displays oder dem Helmvisier.
  • Getönte Brillengläser reduzieren die Blendung, sollten aber nicht nachts getragen werden.
  • Die Tönungsfarben Braun und Grau eignen sich am besten im Straßenverkehr, da sie die Signalfarben am wenigsten verfälschen.
  • Phototrope, also automatisch eindunkelnde und aufhellende Brillengläser funktionieren nicht hinter Autoscheiben.
  • Für Motorradfahrer eignen sich am besten Gläser und Fassungen aus Kunststoff, da sie im Falle eines Unfalls die Verletzungsgefahr verringern. Beim Brillenkauf ist es empfehlenswert, den Helm mitzubringen.
  • Geben Sie Ihren Augen Ruhepausen
  • Sorgen Sie für saubere Gläser: Sowohl Ihre Brille als auch die Autoscheiben sollten immer gründlich gereinigt sein.
  • Gehen Sie regelmäßig zum Sehtest!


Das Team von Akermann Hören und Sehen wünscht Ihnen eine allzeit gute und sichere Fahrt und steht Ihnen natürlich gerne für Fragen, einen Sehtest oder eine ausführliche Beratung zur Verfügung.